Mein Name ist Erika Bhanji, geb. Schwarz.

Zusammen mit sieben Geschwistern bin ich in Dortmund-Wellinghofen aufgewachsen.
1949 kam unser örtlicher Pfarrer Nebe zunächst als Jugendpfarrer in unsere Gemeinde. Er kümmerte sich sehr um uns Jugendliche, gründete die Jungschar, den Mädchenkreis, den Jugendkreis und den Posaunenchor. Pfarrer Nebe begeisterte uns Jugendliche.
Besonders beeindruckt war ich davon, dass sowohl er als auch seine Frau stets „Zeit“ für uns hatten. Das Pfarrhaus, das Pfarrer Nebe  zusammen mit seiner Frau und seinen fünf Kindern bewohnte, war immer für uns offen.
Durch ihn inspiriert beschloss ich, Gemeindeschwester zu werden. Dazu aber bedurfte es der Ausbildung einer Krankenschwester, die ich in Bethel machen wollte. 
Mit den Schwestern in Bethel hatte ich seit 1952 Kontakt, denn von 1952- 1954 hatte ich mich von den Betheler Schwestern in Hörde zur Diätköchin ausbilden lassen.
So ging ich von 1957 – 1960 nach Bethel und schloss die Ausbildung 1959 mit dem Examen ab.

Eines Tages rief mich Pastor Nebe an und sagte: „Wir haben unsere Patenschwester (von der damaligen Rheinischen Mission) aus Süd-West-Afrika zu Besuch in Wuppertal. Bring bitte das in Wellinghofen gesammelte Geld nach Wuppertal.“
Ich fuhr hin und hörte einen Vortrag, den die Schwester hielt.
Ihre Aussage: „Afrika braucht Schwestern“ ließ mich von dem Tag an nicht mehr los. Er verfolgte mich geradezu.
Nach einem halben Jahr erzählte ich davon der Oberin in Bethel. Sie meinte ganz lakonisch: „Rufen wir doch einfach den Missionsdirektor von „Mission Bethel“ an. Dieser wiederum ließ mich sofort zu sich kommen. „Ja, Afrika braucht Schwestern“, sagte auch er, „aber, um als Krankenschwester in Afrika tätig zu sein, müssen Sie die internationale Hebammenausbildung machen.“ Ich willigte ein.
Es war um mich geschehen!
Von Februar 1964 bis Oktober 1975 arbeitete dann ich in der Kagera- Region in Tansania. Danach war ich von Januar 1976 bis November 1994 in Deutschland tätig. Meine zweite Afrikadekade kam auf Einladung der Afrikaner zustande.
In den Jahren 1995 bis 1998 organisierte ich zunächst in Dar es Salaam ein Privathospital und richtete eine Haushaltungsschule ein.
1999 fuhr ich auf Einladung der Frauen nach Bukoba.
AIDS hatte viel Trauer und Elend über die Familien gebracht. Viele Kinder waren verwaist und wurden von Nachbarn oder Großeltern versorgt. Sie wurden nur versorgt und nicht aufgefangen. Sie erhielten einmal am Tag Essen, sonst nichts.
Als ich diese unterernährten und verwahrlosten Kinder sah, wusste ich, dass ich gebraucht wurde.
Und so, wie ich mir in meinem Leben immer Ziele gesetzt hatte, so tat ich es auch in diesem Augenblick.
Ich wusste: „ Es muss gehandelt werden“ und fragte mich:
„Was will ich erreichen?“ Mein Ziel war, die Selbstständigkeit der Tansanier zu erreichen. Folglich musste mein Motto lauten:
HILFE ZUR SELBSTHILFE!
Mir war wichtig:

  • Alle, die mir helfen wollten, mussten- genau wie ich- ehrenamtlich arbeiten!
  • Es wurden nur gezielt, d.h. für feststehende Projekte, Spenden gesammelt. Mittlerweile kommen im Jahr zwischen 20.000 und 25.000 Euro an Spendengeldern zusammen.
  • Verwaltungskosten, wie Telefonate, PC, Laptop, Postgebühren für mittlerweile 600 Infobriefe, Benzinkosten, usw., und die Flüge nach Afrika wurden und werden auch heute noch von mir getragen.
Ich hoffe, dass ich Ihr Interesse an meiner Arbeit „Hilfe zur Selbsthilfe“  für und in Tansania geweckt habe!
                                                              
Herzliche Grüße
Ihre Erika Bhanji